Auf Malta gibt es vorwiegend Kalkstein, die ganze Insel ist eine aus dem Wasser ragende Sedimentschicht. Hier findet man kaum Mineralien, aber der Kalkstein ist fossiliendurchsetzt. Allerdings sind nur wenige Arten und Gattungen vertreten, neben den Nummuliten gibt es noch Crinoidenkalk, der versteinerte Seelilien enthält.
Folgende Fotos geben einen Eindruck wieder von der Struktur des Gesteins. Die stegförmigen Unterstrukturen bestehen aus Nummulitenversteinerungen. Die Schuhe sind für den Größenvergleich mitfotografiert.
Auf dem unteren Foto kann man die Nummulitenschalen in der Vorder-/Rückansicht sehen:
Nummiliten sind sogenannte Münzsteine, die aus versteinerten Schalentieren bestehen.
Taxonomisch gehören sie zu den Foraminiferen, genauer zu den Großforaminiferen. Sie sind nahezu kreisförmig und flach (wie Münzen) und der Durchmesser kann bis zu 13 cm betragen. Sie haben eine Vorder- und eine Rückseite aus jeweils einer kreisförmigen Schale, die zusammenklappen.
Auf dem nächsten Foto sieht man die Querschnitte der "Doppelschalen", weil sie angebrochen sind:
Am touristisch sehr frequentierten Viewpoint "Azure Window" auf der Schwesterinsel Maltas Gozo kann man großflächige Kalksteinflächen mit zahlreichen Nummuliten erleben:
Von weitem sehen diese Flächen aus, wie Sand- oder Geröllflächen, aber sie bestehen aus massivem Gestein.
Das letzte Foto zeigt einen Eindruck vom Azure window: Es war ein sonniger, sehr windiger Tag eine Woche vor Weihnachten 2012. Das erodierte Bogen rechts ist das Fenster, durch das der mediterrane blaue Himmel schaut. Das Meer war gewaltig, aber es war zu viel Gischt in der Luft, um nahe dran zu fotografieren. Die ganze Luft war mit Salzwassertröpfchen durchsetzt, was beim Einatmen sehr angenehm war, vor allem, wenn man an das staubige Klima in Berlin denkt.
Ich finde, das letzte Bild überzeugt davon, kurz vor Weihnachten ans Mittelmeer zu reisen. Vor allem, weil die Viewpoints um diese Zeit nicht so stark frequentiert sind.
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